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Cyberspace als Demonstrationsort Bearbeiten

      * Das Konzept des Cyberspace

Cyberspace (englisch cyber als Kurzform für "Kybernetik", space "Raum, Weltall": kybernetischer Raum, Kyberraum) bezeichnet eine konkrete virtuelle Welt oder Realität ("Scheinwelt"). Cyberspace wurde vor allem in den 90er Jahren zumeist als Synonym für das Internet oder spezieller das World Wide Web (WWW). Die technik- und sozialwissenschaftliche Forschung unterscheiden jedoch Internet und WWW als Infrastrukturen vom Cyberspace an sich. Cyberspace erscheint hier als virtualisierter Raumeindruck, der keine topographische Lokalität aufweist. Wer in den Cyberspace eintritt, dessen soziale, sachliche, räumliche und zeitliche Wahrnehmungen werden virtualisiert.

Die erste ernstzunehmende Ausformulierung des Konzepts findet sich bereits 1964 in Stanislaw Lems Roman Summa Technologiae, in dem das Konzept des Cyberspace unter der Bezeichnung "Periphere Phantomatik" beschrieben wird.

Wörtlich ist von Cyberspace erst 1982 in der Kurzgeschichte Burning Chrome des amerikanischen Science-Fiction-Autors William Gibson die Rede, der allgemein zur Cyberpunk-Literatur gezählt wird. In seinen Romanen erzeugen die Menschen den Cyberspace – der von Gibson auch als "Matrix" bezeichnet wird – indem sie sich über eine neuronale Schnittstelle an vernetzte Computer anschließen.


      * Second Life und andere Web3D Welten

Ab den späten 1980er Jahren wurde die Raumsimulation in der Computertechnik realisiert. In dieser Raumsimulation sind Objekte im virtuellen Raum planvoll erzeugt, wodurch im virtuellen Raum ein "Sinnhorizont" generiert wird. Es entsteht eine virtuelle erfahrbare Welt, die im Zusammenhang mit dem Internet im Begriff des Web3D eine spezielle Konkretisierung erfährt.

Nach dem Medienhype um das virtuelle Spiel Second Life entstanden viele andere wie Secret City, There, Entropia, sMeet, StageSpace, Metaverse oder Utopia.

Der Second Life Talk (heute AVAMEO) bezeichnet diese Metaversen auch als internetbasierte 3D-Infrastrukturen[1], oder es ist die Rede von Web3D. Insbesondere das Zusammenspiel der Begriffe Fiktion, Realität, Virtualität und Kybernetik werden hier behandelt.


      * Die Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace

Ein wichtiger Text zu den rechtlichen Bedingungen solcher virtueller Räume ist die Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace von John Perry Barlow, die eine Freiheit von Kontrolle durch nationale Regierungen forderte.

Barlows Deklaration weist in sechzehn kurzen Absätzen die Idee einer Regierbarkeit des Internets durch außenstehende Kräfte zurück, insbesondere durch die Bundesregierung der USA. Er stellte fest, dass die Regierungen nicht die Zustimmung der Regierten besäßen, Gesetze auf das Internet anzuwenden, und betonte, dass sich das Internet außerhalb der Grenzen jeglicher Staaten befinde, da es sich um einen Raum außerhalb der körperlichen und materiellen Welt handele.

Zur Zeit, als die Erklärung geschrieben wurde, hatte Barlow bereits ausgiebig Artikel zum Internet und seinen sozialen und rechtlichen Phänomenen veröffentlicht[2] und außerdem die Electronic Frontier Foundation mit gegründet[3]. Barlow gilt als Vertreter einer techno-libertären Strömung, die sich für eine dezentral organisierte Umsetzung des Internets einsetzt, unter Anderem mit Projekten wie dem Open Root Server Network. Ein neuerer Ausdruck dieser Bewegung ist die Diskussion um die Netzneutralität, bei der es auch um die Verhinderung der Einrichtung technischer Beschränkungen des Internetverkehrs geht.


WebLinks Bearbeiten

  1. http://www.avameo.de/index.php/2007/10/15/aus-einem-spiel-wird-das-3d-internet
  2. http://www.informatik.uni-trier.de/~ley/db/indices/a-tree/b/Barlow:John_Perry.html
  3. http://www.eff.org/about/board/
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